Waffenrecht

Das Waffenrecht regelt den Umgang mit Waffen oder Munition unter Berücksichtigung der Belange der öffentlichen Sicherheit und Ordnung.  Die nachfolgenden Ausführenden dienen der Erläuterung einzelner Aspekte des Waffenrechts mit dem Fokus auf Sportschützen.

Waffenbesitzkarten - "Erlaubniskarte"

Der Erwerb und Besitz von "scharfen Waffen" und "scharfer Munition" ist in Deutschland gemäß § 10 WaffG erlaubnispflichtig. Diese Erlaubnis wird durch eine sog. "Waffenbesitzkarte" oder durch Eintragung in eine bereits vorhandene Waffenbesitzkarte erteilt.  Die Nachfolgende Übersicht zeigt unterschiede und grundlegende Voraussetzungen für den Erhalt einer solchen "Erlaubniskarte".

Achtung: Die Waffenbesitzkarte berechtigt lediglich zum Erwerb und Besitz der darin eingetragenen Waffen, nicht dazu, diese in der Öffentlichkeit zu führen. Zum Führen wird zusätzlich ein Waffenschein benötigt (§ 10 Abs. 4 WaffG).

Mit der Waffenbesitzkarte dürfen Schusswaffen lediglich ungeladen, in einem verschlossenen Behältnis, zu einem vom waffenrechtlichen Bedürfnis gedeckten Zweck transportiert werden (z. B. zum Schießstand oder zum Büchsenmacher oder vom Händler mit Waffenbrief in die sichere Aufbewahrung [=Waffenschrank]).

Für

  • Mehrschüssige halbautomatische  Kurzwaffen

      (Pistolen und Revolver)

 

  • Mehrschüssige halbautomatische Langwaffen (Selbstladebüchsen, Selbstladeflinten, etc.)

Für

  • Einzellader-Langwaffen mit glatten und gezogenen Läufen, 


  • Repetier-Langwaffen mit gezogenen Läufen 


  • Einzellader-Kurzwaffen für Patronenmunition 


  • Mehrschüssige Kurz- und Langwaffen mit Zündhütchenzündung (Perkussionswaffen)

Für

  • Waffensammler und / oder Waffensachverständige

WAFFENRECHTLICHE BEFÜRWORTUNG für Sportschützen

§ 14 WaffG regelt den Erwerb und Besitz von Schusswaffen und Munition durch Sportschützen. Maßgeblich hierfür ist kraft Gesetz eine Bescheinigung des jeweiligen Schießsportverbandes - die sog. "waffenrechtliche Befürwortung". Die nachfolgende Übersicht zeigt hierbei die häufigsten Antragsarten sowie ihre Voraussetzungen am Beispiel des "BDMP Bayern" auf.  - Stand Dezember 2023

A)   Antrag auf Ersterwerb und Folgeerwerb nach § 14 Abs. 3 WaffG  (=Grüne WBK)  

 Für bis zu 3 halbautomatischen Lang- und 2 halbautomatischen Kurzwaffen:


  •  Antragsformular des BDMP Bayern ausgefüllt vom Antragsteller - Enthält Angabe zur: Art der Waffe, Größe des Kalibers, Sportliche Disziplin gemäß der Sportordnung


  • Sofern noch keine Schusswaffen vorhanden sein sollten:


  • Waffensachkunde-Zeugnis (des jeweiligen Lehrgang Trägers)


  • Sofern bereits Schusswaffen vorhanden sind:

Beiblatt zum Antragsformular (Auflistung aller bisher erworbenen Schusswaffen)

  • Schießnachweise (=Glaubhaftmachung des Bedürfnisses) ausgefüllt vom Antragsteller, sowie vom Schießleiter oder der jeweiligen Standaufsicht gegengezeichnet / gestempelt)


Merke: Min 1 Eintrag pro Monat 1 Jahr lang, oder 18 Einträge pro Jahr pro Schusswaffe und Disziplin.

  • Mitgliedsbescheinigung über die Mitgliedschaft des Antragstellers in einer SLG ausgefüllt und gestempelt vom jeweiligen SLG Leiter.



B)        Antrag für Erweiterten Bedarf nach § 14 Abs. 5 WaffG (für Grüne WBK)

Bei Überschreitung des Regelkontingents von 3 halbautomatischen Lang- und 2 halbautomatischen Kurzwaffen:

  • Antragsformular des BDMP Bayern ausgefüllt vom Antragsteller - Enthält Angabe zur: Art der Waffe, Größe des Kalibers, Sportliche Disziplin gemäß der Sportordnung


  • Beiblatt zum Antragsformular (Auflistung aller bisher erworbenen Schusswaffen)


  • Kopie der GRÜNEN WBK mit Vorder und Rückseite


  • Schießnachweise (=Glaubhaftmachung des Bedürfnisses) ausgefüllt vom Antragsteller, sowie vom Schießleiter oder der jeweiligen Standaufsicht gegengezeichnet / gestempelt)


Merke: Min 1 Eintrag pro Monat 1 Jahr lang, oder 18 Einträge pro Jahr, sowie zusätzlich den Nachweis regelmäßig an Schießsportwettkämpfen teilgenommen zu haben -  z.B. Landesmeisterschaft oder einem überregionalen Wettkampf – pro Schusswaffe und Disziplin

  • Mitgliedsbescheinigung über die Mitgliedschaft des Antragstellers in einer SLG ausgefüllt und gestempelt vom jeweiligen SLG Leiter

Musterformulierung:

Empfänger: Dachverband


Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei erhalten Sie meinen Antrag auf Bescheinigung des Bedürfnisses gemäß § 14 Abs. 3 WaffG  zur Beantragung einer Grünen WBK bei der zuständigen Waffenbehörde.

Anlagen

  • Antragsformular des BDMP Bayern
  • Waffensachkunde-Zeugnis
  • Schießnachweise der letzten 12 Monate
  • Mitgliedsbescheinigung des SLG Leiters


Mit Freundlichen Grüßen

Ort, Datum

Name des Antragstellers 



Musterformulierung:

Empfänger: Dachverband


Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei erhalten Sie meinen Antrag auf Bescheinigung des erweiterten Bedarfs gemäß § 14 Abs. 5 WaffG zur Beantragung von weiteren Erlaubnissen wegen Überschreitung des Regelkontingents von 3 halbautomatischen Lang- und 2 halbautomatischen Kurzwaffen bei der zuständigen Waffenbehörde.

Anlagen


  • Antragsformular des BDMP Bayern
  • Beiblatt zum Antragsformular 
  • Kopie der GRÜNEN WBK mit Vorder- und Rückseite
  • Schießnachweise der letzten 12 Monate zzgl. Teilnahmebescheinigungen und Urkunden in der für die jeweilige Waffe erforderlichen Disziplin
  • Mitgliedsbescheinigung des SLG Leiters


 Mit Freundlichen Grüßen

Ort, Datum

Name des Antragstellers 

c)    Folgebescheinigung: § 14 Abs. 4 WaffG (für Grüne WBK)

Für alle halbautomatischen Lang- und Kurzwaffen:

  • Antragsformular des BDMP Bayern ausgefüllt vom Antragsteller


  • Schießnachweise (=Glaubhaftmachung des Bedürfnisses) ausgefüllt vom Antragsteller, sowie vom Schießleiter oder der jeweiligen Standaufsicht gegengezeichnet / gestempelt.


Merke: Min. 1 Eintrag alle 3 Monate, oder 6 Einträge pro Jahr .

  •  Mitgliedsbescheinigung über die Mitgliedschaft des Antragstellers in einer SLG ausgefüllt und gestempelt vom jeweiligen SLG Leiter

 

Merke:

Ab dem 11 Jahr genügt für das Fortbestehen des Bedürfnisses des Sportschützen die Mitgliedschaft in einem Schießsportverein § 14 Abs. 4 Satz 2 WaffG.

 

In diesem Fall muss lediglich das

  • Antragsformular des BDMP Bayern ausgefüllt vom Antragsteller

sowie

  • Mitgliedsbescheinigung über die Mitgliedschaft des Antragstellers in einer SLG ausgefüllt und gestempelt vom jeweiligen SLG Leiter vorgelegt werden.

D)        Erster- und Folgeerwerb: §  14 Abs. 6 WaffG  (=Gelbe WBK) 

Für bis zu 10 Einzellader-Langwaffen und Repetier-Langwaffen sowie Perkussionswaffen:

 

  • Antragsformular des BDMP Bayern ausgefüllt vom Antragsteller - Enthält Angaben zur: Art der Waffe


Sofern noch keine Schusswaffen vorhanden sein sollten:

Waffensachkunde-Zeugnis (des jeweiligen Lehrgang Trägers)

  • Sofern bereits Schusswaffen vorhanden sind:

Beiblatt zum Antragsformular (Auflistung aller bisher erworbenen Schusswaffen)

  • Mitgliedsbescheinigung über die Mitgliedschaft des Antragstellers in einer SLG ausgefüllt und gestempelt vom jeweiligen SLG Leiter


Musterformulierung:

Empfänger: Dachverband


Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei erhalten Sie meinen Antrag auf Bescheinigung des Bedürfnisses gemäß § 14 Abs. 4 WaffG  zum Nachweis des fortbestehen meines Waffenrechten-Bedürfnisses gegenüber der zuständigen Waffenbehörde.

Anlagen

  • Antragsformular des BDMP Bayern
  • Schießnachweise
  • Mitgliedsbescheinigung des SLG Leiters


Mit Freundlichen Grüßen

Ort, Datum

Name des Antragstellers



 Musterformulierung:

Empfänger: Dachverband


Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei erhalten Sie meinen Antrag auf Bescheinigung des Bedürfnisses gemäß § 14 Abs. 6 WaffG  zur Beantragung einer "Gelben WBK" bei der zuständigen Waffenbehörde.

Anlagen

  • Antragsformular des BDMP Bayern
  • Waffensachkunde-Zeugnis 

ODER

  •  Beiblatt zum Antragsformular 
  • Kopie der GRÜNEN WBK mit Vorder- und Rückseite

sowie 

  • Schießnachweise der letzten 12 Monate
  • Mitgliedsbescheinigung des SLG Leiters


Mit Freundlichen Grüßen

Ort, Datum

Name des Antragstellers

Weitere Voraussetzungen für alle vorgenannten Anträge:

Alle 6 Monate dürfen in der Regel maximal 2 Schusswaffen erworben werden
(§ 14 Abs. 3 Satz 2 WaffG) - Sog. Erwerbsstreckungsgebot
.

Hierzu zählen sowohl Einträge in die Grüne- als auch die Gelbe-WBK.

Weitere Voraussetzung für alle vorgenannten Anträge ist, dass der jeweilige Antragsteller seinen Jahresbeitrag entrichtet hat und die jeweilige SLG des Antragstellers, deren Mitglieder mit Stichtag zum 01. November  an die Bundesgeschäftsstelle/Paderborn gemeldet hat.

Ferner sind die jeweiligen Hinweisblätter des BDMP in ihrer jeweils gültigen Fassung zu beachten. 

Welche Unterlagen sind in der Regel bei der zuständigen Waffenbehörde vorzulegen?

WBK Erst-Antrag durch Sportschützen für "Grüne WBK" und "Gelbe WBK":

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Bedürfnisbestätigung des Schießverbandes (= waffenrechtliche Befürwortung )
  • Sachkundenachweis (= Waffensachkunde-Zeugnis des jeweiligen Lehrgangträgers)
  • Nachweis der sicheren Aufbewahrung von Waffen (Bilder des Waffenschranks in offenem und geschlossenem Zustand,  sowie zusätzlich ein Bild der Typenplakette von der Innenseite der Tür - optional: Kopie des Kaufvertrags des Waffenschranks).

Überprüfung von Sportschützen

Waffenkontrollen durch die jeweilige Waffenbehörde


Die Waffenkontrolle (§ 36 WaffG) dient der Überprüfung der ordnungsgemäßen Aufbewahrung von Waffen und Munition durch den Erlaubnisinhaber.

Als gesetzliche Sorgfaltspflicht kann ein Verstoß gegen die ordnungsgemäße  Aufbewahrung von Waffen oder Munition im Einzelfall die Feststellung der waffenrechtlichen Unzuverlässigkeit des Erlaubnisinhabers rechtfertigen. In diesem Fall besteht die Möglichkeit des Widerrufs der erteilen waffenrechtlichen Erlaubnis durch die jeweilige Waffenbehörde, sowie die Einleitung weiterer ordnungsrechtlicher- oder strafrechtlicher Maßnahmen gegen den Betroffenen.

Überprüft werden in der Regel


  • das Vorhandensein und Zustand der erforderlichen Waffenschränke, die bei der Erteilung der jeweiligen WBK angegeben wurden.
  • Ordnungsgemäßer Verschluss der jeweiligen Waffenschränke.
  •  das Vorhandensein und die Sachgemäße (=entladene) Einlagerung der Waffen, die auf der jeweiligen WBK eingetragen sind.
  • das Vorhandensein und die sachgemäße Einlagerung der Munition, die auf der jeweiligen WBK eingetragen sind.
  • Vorhandensein der Erwerbs- und Besitzberechtigung für die im Waffenschrank vorgefundene Munition.
  • im Falle des Vorhandenseins von Waffen, die nicht auf der jeweiligen WBK eingetragen sind: Das Vorhandensein von entsprechenden Leihscheinen.
  • im Falle des Fehlens der jeweiligen Waffe:  Das Vorhandensein von entsprechenden Leih- oder Reparaturscheinen.
  •  u. A.