Tipps & Technik

Das Trefferbild eines Sportschützen hängt maßgeblich von der verwendeten Waffe, der verwendeten Munition, der verwendeten Visierung, der Entfernung des Ziels, den Einflüssen der Umgebung sowie den Fähigkeiten des Schützen ab. Dabei gibt es kein "Richtig oder Falsch". Nachfolgende Ausführungen geben jedoch punktuelle Hilfestellung für die jeweiligen Themenkomplexe.

Waffe

 Die "richtige" Waffe auswählen


Das Trefferbild hängt maßgeblich von der verwendeten Waffe ab.

Die Auswahl der "richtigen" Waffe wird durch den für sie vorgesehenen Einsatzzweck bestimmt. Beim Sportschützen werden Waffenart, Gesamtgewicht,  Abzugsgewicht, Lauflänge, Visierung, Munition, Kaliber sowie Anschlagsart, Schusszahl, Schießzeit, Scheibe und Scheibenentfernung der jeweiligen sportlichen Disziplin in der entsprechenden Sportordnung des einzelnen Dachverbands vorgegeben.

Es wird daher empfohlen, die konkrete Waffe anhand der Vorgaben der jeweiligen Disziplin auszusuchen mit der man den Schießsport betreiben möchte.

Visierung

Das "richtige" Zielfernohr 


Das Trefferbild hängt maßgeblich von der verwendeten Visierung ab. Nachfolgende Ausführungen geben Hilfestellung zur Auswahl des "richtigen" Zielfernrohrs für die jeweils verwendete Waffe.

Definition: Als Visierung wird die Zielerfassung der jeweiligen Waffe bezeichnet.

Achtung: Die vorgeschlagenen Größen sind Richtwerte, die sich in der Praxis für Sportschützen bewährt haben. Aufgrund der Komplexität können auch andere Kombination vergleichbare oder bessere Ergebnisse erzielen.

Woher weiß der Sportschütze nun was die Bezeichnungen auf dem jeweiligen Zielfernrohr bedeuten?

Beispiel: Ein ZF mit der Bezeichnung 6-18x44, besagt, dass dieses eine verstellbare Vergrößerung von 6 bis 18 Fach, sowie einen Objektivaußendurchmesser von 44mm besitzt.

Woher weiß der Sportschütze welche Werte er überhaupt benötigt?

Um eine Wahl des Zielfernrohrs (ZF) treffen zu können, muss man sich zunächst einen Überblick über die Bestandteile eines ZF und deren Bedeutung verschaffen. Dabei ist es wichtig, die jeweiligen Variablen mit dem vom Sportschützen verfolgten Zweck abzugleichen.

Vergrößerung:
Vergrößerung ist der Faktor (X), um den das Ziel im ZF näher erscheint, als es mit bloßem Auge zu sehen ist. Es gibt ZF mit fester und variabler Vergrößerung.

Für Sportschützen ist dabei zu beachten, dass die maximal zulässige Vergrößerung durch die jeweilige Sportordnung limitiert sein kann. Es ist daher ratsam, sich ein Glas auszusuchen, dass bei dieser "Grenze" ein "ideales Sichtfeld" liefert.

Was bedeutet ideales Sichtfeld? Das Sichtfeld ist dann ideal, wenn es bis zum Rand des Sichtfeldes innerhalb des Zielfernrohres für den Schützen frei von Schatten, Unschärfen und sonstigen Irritationen ist.

Für folgende Entfernungen haben sich folgende Vergrößerungen bewährt:

Für 50 m: 4-12fach
Für 100 m: 6-18fach
Für 300 m: 10-40fach

Viele Neuschützen tendieren leider dazu, stets Zielfernrohre auszusuchen die die großmöglichste Vergrößerung versprechen.

Mehr Vergrößerung ist dabei aber nicht unbedingt besser, da mit zunehmender Vergrößerung durch Unruhe (bspw. minimale Bewegungen des Körpers durch Atmen oder Zittern) Bewegungsunschärfe ausgelöst werden kann. Dazu kommt die physikalische Tatsache, dass mit steigender Vergrößerung auch
der anvisierte Bildbereich kleiner und dunkler wird.

Es bietet sich daher an, im Zuge der Anvisierung die Vergrößerung auf das Ziel derart zu reduzieren, bis dieses "Klar" erfasst werden kann. Andernfalls besteht die Gefahr, dass das eingeschränkte Sichtfeld keine Schussfreigabe ermöglicht und eine gleichmäßige Schussabgabe unmöglich wird.

Objektivdurchmesser: (Abb. Nr. 1)
Als Objektiv wird die dem Ziel zugewandte Seite des ZF bezeichnet, die für die Licht- und Bildaufnahme verantwortlich ist. 

Je größer der Objektiv-Durchmesser ist, umso mehr Licht kann vom Zielfernrohr aufgenommen werden. Daraus folgt, dass bei gleichem Objektivdurchmesser mit steigender Entfernung immer weniger Licht eingefangen und damit verarbeitet werden kann. Das kann dazu führen, dass ab dem Überschreiten einer bestimmten Entfernung, das Bild immer dunkler und detailarmer wird. 

Für folgende Entfernungen haben sich folgende Objektivdurchmesser bewährt: 

Für 50 m: 24 mm - 44 mm
Für 100 m:  44 mm  - 50 mm
Für 300 m:  44 mm - 56 mm

Achtung: Mit steigendem Objektivaußendurchmesser, verringert sich auch der Abstand  des Zielfernrohrs zur Waffe, so dass, um ein Aufliegen zu verhindern, eine höhere Montage gewählt werden muss, um eine ordnungsgemäße Funktion gewährleisten zu können.  


Mittelrohrdurchmesser:   (Abb. Nr. 2)  


Als Mittelrohr wird das Stück des ZF bezeichnet, das sich zwischen Objektiv und Okular befindet. Es beinhaltet die Verstell- und Vergrößerungsmechanik des ZF.

Je größer der Durchmesser des Mittelrohres ist, desto mehr Platz beinhaltet das ZF für den Sehfeld- und Verstellbereich.

Gängige Mittelrohrdurchmesser sind: 25,4 mm (1"), 30 mm, 34 mm und 36mm
 

Für folgende Entfernungen haben sich folgende Mittelrohrdurchmesser bewährt: 

Für 50 m: 25,4 mm
Für 100 m: 25,4 mm - 30 mm
Für 300 m: 30 mm - 34 mm - 36 mm

Okular (Abb. Nr. 4)
Als Okular wird der dem Auge zugewandte -hintere Teil des Zielfernrohrs - bezeichnet.

Arten des Absehens:
Als Absehen wird die Art der Zielerfassung eines ZF bezeichnet, dabei wird hauptsächlich zwischen FFP und SFP unterschieden.

1) Erste Bildebene (First Focal Plane -FFP):
Das Fadenkreuz befindet sich hinter dem Objektiv im mittleren Bereich des ZF auf der Objektivebene. D.h., dass sich die Größe und Auflösung des Fadenkreuzes bei einem Vergrößerungswechsel ändert und damit mit zunehmender Vergrößerung immer größer wird. Da die Deckungsmaße (d.h. das Übereinstimmen der Skalierung des Fadenkreuzes mit der Größe der Objekte im Sichtfeld) bei allen Vergrößerungen dieser Art konstant bleibt, ist das Schätzen der Entfernung des Ziels anhand der Skalierung im Fadenkreuz leichter möglich. Auf kleinster Vergrößerung ist das Fadenkreuz daher auch kleiner, aber bei dunkleren Lichtverhältnissen schlechter zu sehen. Dafür können Korrekturen im Schussbild bei maximaler Vergrößerung anhand der Skalierung des Fadenkreuzes besser vorgenommen werden.

FFP-ZF eignen sich daher besonders für größere Entfernungen mit verschiedenen Zielabständen.

2) Zweite Bildebene (Second Focal Plane -SFP):
Das Fadenkreuz befindet sich im hinteren Bereich des ZF auf der Okularebene. D.h., dass das Fadenkreuz bei einem Vergrößerungswechsel immer unverändert und gleich groß bleibt. Damit gelingt die Zielerfassung zwar schneller, dafür ist das Schätzen der Entfernung mangels Skalierung des Fadenkreuzes nicht möglich. Gerade bei verschiedenen Distanzen kann dies ein Nachteil sein. Ebenfalls können Korrekturen im Schussbild wegen der fehlenden Skalierung schlechter vorgenommen werden

SFP-ZF eigen sich daher besonders für feste Zielentfernungen, bei denen das Glas nur einmal auf die entsprechende Distanz eingeschossen werden soll.

Verstellbarkeit und Verstellbarkeitsauflösung:  (Abb. Nr. 3) 

Das Fadenkreuz eines ZF lässt sich über den jeweiligen Turm am Mittelrohr sowohl in der Höhe (nach oben und nach unten) als auch in der Seite (nach links und rechts) verstellen. Der Verstellbereich ist allerdings mechanisch bedingt begrenzt. Man kann daher nicht unendlich in eine Richtung drehen.

Es ist daher auf die Anzahl der Klicks und deren Auflösung (z.B. 1, 1/2, 1/4, MOA oder MRAD) zu achten.

Zur Höhen- und Seiten-Verstellung der Türme muss in der Regel die jeweiligen Turmverkleidung abgenommen werden, sofern Sie nicht von Außen bereits frei zugänglich ist. Hochwertige ZF bieten zusätzlich eine "Zero-Funktion" bei der die Position  nach dem erfolgreichen "Einschießen" - z. B. auf 100 m - als 0-Punkt  fixiert werden kann. Dies hat den Vorteil, dass man Anhand der jeweiligen Ausgangslage, das ZF durch Drehen der Höhenverstellung präzise auf 300 m einstellen kann und im Anschluss wieder auf 0 - d.H. die auf die 100 m Einstellung zurücksetzen kann, ohne erneut das ZF einschießen zu müssen.   Hierzu wird in der Regel mit einem Flachkopf- oder Kreuz-Schraubenzier die mittelschraube oberhalb des jeweiligen Verstellrades herausgedreht, das entsprechende Rad abgenommen und im Anschluss auf der 0-0 Markierung wieder festgeschraubt.

Türme können im Uhrzeigersinn (Clockwise - CW) oder  Entgegen dem Uhrzeigersinn (Counter Clock Wise)  verstellt werden. Welche Richtung ein + "Mehr" oder  - "Weniger" bedeutet, ist in der Regel auf dem jeweiligen Verstellrad vermerkt.

 Paralaxeverstellung:
Nicht jedes ZF hat eine Paralaxeverstellung. Diese dient der Nachregulierung der Bildschärfe und Fokussierung beim Wechsel von unterschiedliche Entfernungen und Sichtwinkeln durch das Zielfernrohr.

Eine Paralaxeverstellung bei variabler Vergrößerung wird dringend empfohlen, um Ziele auf größeren Entfernungen klar erkennen zu können.

Dioptrienausgleich:
Nicht jedes ZF hat einen Dioptrienausgleich. Dies ist die Möglichkeit, eine Sehschwäche des Auges durch Nutzung eines verstellbaren Okulars auszugleichen und damit eine Korrektur der Brechkraft vorzunehmen. z.B. -4 / +3 oder +/- 2.5.

Zusätzliche Beleuchtung:
Nicht jedes ZF hat eine Beleuchtung des Absehens (Fadenkreuzes). Eine zusätzliche Beleuchtung der Mitte des Fadenkreuzes im Inneren des ZF kann bei schlechten Lichtverhältnissen und dunklen Zielscheiben dabei helfen, bei bei Einzelschüssen schneller sein Ziel zu finden oder bei mehreren Schussfolgen mit der Mitte des Fadenkreuzes schneller wieder auf dem gewünschten Punkt auf der Zielscheibe zu sein.

Achtung:  Dabei findet keine Beleuchtung des Ziels von Außen, wie bspw. bei einem (im Sportschützenbereich verbotenen) Laserpointer, statt. Es handelt sich lediglich um eine Beleuchtung des Absehens von Innen. Der Storm für die Beleuchtung wird dabei über einen Batterie geliefert ( z.B CR2032), die Regelmäßig erneuert werden sollte um einem Funktionsausfall im Schießbetrieb vorzubeugen.






Die "richtige" Montage 

 

Woher weiß der Sportschütze welche Montage er überhaupt benötigt?

Um eine Wahl der geeigneten Montage treffen zu können, muss man sich zunächst einen Überblick über die Bestandteile der Montage und deren Bedeutung verschaffen. Dabei ist es wichtig, die jeweiligen Variablen mit dem vom Sportschützen verfolgten Zweck abzugleichen. 


Definition: Die Montage ist diejenige Vorrichtung, die das Zielfernohr mit der Montageschiene  auf der Waffe anbringt. Mit ihr wird das ZF auf der jeweiligen Waffe montiert und mit diesem zu einer "Einheit" verbunden.

Montagen werden anhand des erforderlichen der Größe des Mittelrohrs, sowie der Größe des Objektivs sowie des erforderlichen Augenstabstands ausgewählt.

Arten und Besonderheiten:
Grundsätzlich wird zwischen Montageringen und Blockmontagen unterschieden.

Montageringe bestehen aus zwei getrennten Ringen - die nicht miteinander Verbunden sind. Der Innendurchmesser dieser Ringe entspricht dem Außendurchmesser des Mittelrohrs des Zielfernrohrs und ermöglicht damit  die Aufnahme des Zielfernrohrs.  

Es handelt sich um eine Klemmverschraubung, bei der die obere und untere hälfte der Montageringe gleichmäßig aufeinander geschraubt werden. Eine direkte Verschraubung in das ZF hinein findet nicht statt. 

 

 Auf ihrer Unterseite befinden sich die Befestigungsmöglichkeiten für die untere Montageschiene. Diese wird ebenfalls per seitlicher Klemmverschraubung um die darunterliegende Montageschiene geklemmt. Eine direkte Verschraubung in den Lauf oder die Rumpfgruppe der Waffe findet nicht statt.

Montageringe haben den Vorteil, dass sie Einzeln auf der Montageschiene ausgebracht werden können und das ZF über ihre jeweilige Positionierung am Mittelrohr nach Vorne und nach hinten versetzten können.

Der limitierende Faktor an der Ringmontage ist die Länge des Mittelrohrs des ZF und die Länge der darunterliegenden Montageschiene an der Waffe.

Blockmontagen (eng. Monoblock Mount)  bestehen aus zwei getrennten Ringen - die miteinander unterhalb der Ringaufnahmen Verbunden sind.  Der Innendurchmesser dieser Ringe entspricht dem Außendurchmesser des Mittelrohrs des Zielfernrohrs und ermöglicht damit  die Aufnahme des Zielfernrohrs. 

Es handelt sich um eine Klemmverschraubung, bei der die obere und untere hälfte der Montageringe gleichmäßig aufeinander geschraubt werden. Eine direkte Verschraubung in das ZF hinein findet nicht statt.

  

 Auf ihrer Unterseite befinden sich die Befestigungsmöglichkeiten für die untere Montageschiene. Diese wird ebenfalls per sKlemmverschraubung um die darunterliegende Montageschiene geklemmt.  Eine direkte Verschraubung in den Lauf oder die Rumpfgruppe der Waffe findet nicht statt. 


Blockmontagen haben den Vorteil, dass Sie als Einheit angebracht werden können und damit das ZF als großes ganzes zusätzlich fixieren und stärken. Die Verbindung unterhalb der Montageringe gibt zusätzliche Stabilität sorgt möglicher Verwindung vor.

Blockmontagen werden entweder als rechteckiger Block parrallel zur Montageschiene oder Gekröpft (eng. Extended Cantilever oder auch Offset-Mount bezeichnet) gefertigt. Dass heißt nach sie entweder nach Vorne oder nach Hinten versetzt zur Montage gefertigt werden. Das hat den Vorteil, dass eine Montage auch Außerhalb ihres regulären Montagebereichs auf einer Montageschiene aufgebracht werden kann, obwohl dies mit  regulären Montageringen nicht möglich wäre. Ferner ermöglichen diese versetzen Blockmontagen einen ideal Augenabstand einzustellen, der bei regulären Ringmontagen zu "Schwanenhälsen" beim Schützen führen kann.

Material Fertigung und Toleranzen:
 

Montagen können aus Aluminium oder Stahl gefertigt werden. Die Montageschrauben sind in der Regel aus Stahl.

Bei der Materialwahl sollte sowohl bei der unteren Montageschiene, als auch bei der Ring- oder Blockmontage das gleiche Material verwendet werden um eine gleichmäßige Fixierung ohne Verzug bei Temperaturschwankungen zu gewährleisten.  


Hochwertige Montagen werden aus einem Stück gefräst und dann maschinell halbiert um eine möglichst geringe Toleranz für eine saubere und gleichbleibende Festigkeit zu gewährleisten.
 

Hochwertige Montageschienen nutzen hochfeste Torx oder Imbusschrauben und verfügen über Angaben zu den passenden Drehmomenten für Ring und Blockmontage..


Minderwertige Montagen werden industriell oft aus verschiedenen Stücken  gefertigt und verfügen oft über höhere Fertigungstoleranzen und  verringerte Stabilität. Dazu kommt, das minderwertige Montagen oft nicht mit den passenden Schrauben und ohne Drehmomentangaben geliefert werden. 

Es empfiehlt sich daher vor dem Kauf beide Hälften aufeinander zu legen um sich einen Eindruck von der Gleichmäßigkeit und Fertigung  zu machen. Treten bereits hier sichtbare Unterschiede hervor ist von einem Kauf abzuraten. 


 Schussfestigkeit 

Mit zunehmendem Kaliber nimmt in der Regel  der Rückstoß der Waffe zu, der sich nicht nur auf den Schützen, sondern auch auf das Zielfernohr überträgt. 


Um die Schussfestigkeit, dass heißt die permanente Fixierung des Zielfernrohrs sowie der darunterliegenden Montage ohne Lockerung gewährleisten zu können,  ist bei der Auswahl auch das Kaliber der Waffe mit in die Gesamtbetrachtung einzubeziehen um eine ausreichende Arretierung ermöglichen.

In der Grundausführung haben Montageringe  eine beschichte Innenseite, die ein verrutschen durch festziehen (= "abspannen") der oberen und unteren Montageringen verhindert. Diese Art der Montagen bietet - mit Ausnahme der "Klemmwirkung" - keinerlei anti-Rutsch-Wirkung. Manche Hersteller verwenden deshalb zusätzlich eine dünne Klebe- oder Hafteinlage auf der Innenseite der Montageringe. Premium-Hersteller fräßen zusätzlich Halterillen in die Montageringe.

Neben der Fixierung des Zielfernrohrs muss auch die Fixierung auf der unteren Montageschiene beachtet werden.

In der Regel erfolgt diese durch ein festziehen von 1-4 Montageschrauben auf einer Picatinny-schiene. Bei Ringmontagen sind hierbei min. 1 bis 2 Schrauben pro Ringbasis und bei Blockmontagen in der Regel 2-6 Schrauben für den gesammten Block vorgesehen.

Diese erzeugen dabei lediglich eine Klemmwirkung, die die beiden Backen der Montage seitlich von Links und Rechts um die Montageschiene klemmt.

Stärke Kaliber können darüber hinaus  die Verwendung von  Rückstoßstoppern (eng. Recoil-Stopper) erforderlich machen. Dabei handelt es sich um zusätzliche Aussparungen (=eckige Rückstoßwarzen) in sich an der Unterseite der jeweiligen Montage befinden und sich wie eine Verzahnung mit der darunterliegenden Picatinny-Schiene verbinden. Hierbei wird ein Verrutschen der Schiene nach vorne und hinten unmöglich gemacht.

Minderwertige Montagen nutzen lediglich dickere Schrauben, die kleiner als das Picatinny-Profil sind. Diese können aufgrund des erhöhten Spiels unter Rückstoß zur Abnutzung und Deformierung der Montageaufnahme führen und sind für stärkere Kaliber nicht geeignet.

Größenunterscheide:
Montagen gibt es für alle gängigen Mittelrohrdurchmesser von  25,4 mm (1"), 30 mm, 34 mm und 36mm.

Es ist dringend davon abzuraten Montagen die, für ein größeres Mittelrohr entwickelt wurden bei bei ZF mit einem kleinerem Mittelohr durch die Nutzung von Gummi-Reduziereinsätzen zu verwenden. Diese sorgen für eine ungleiche Fixierung und sind der Regel bei größeren Kalibern nicht Schussfest.  


Höhenunterschiede:
Montagen gibt es in verschiedenen Höhen. Unterschieden werden in der Regel folgende Sattelhöhen:
Low (Niedrig)  +10 mm
Medium (Medium) z.B.  +15 mm
High (Hoch)  z.B. + 20 mm.
Extra High ( Extra Hoch) z.B. + 25 mm

Viele Hersteller geben dabei leider nur die Gesamthöhe bis zur Mitte des Mittelrohrs an. In diesem Fall muss die tatsächliche Höhe im Einzelfall ermittelt werden.  Hierzu wird der Mittelrohrdurchmesser durch  2 geteilt (=halbiert) und von der Gesamthöhe abgezogen. Hierdurch erhält man die Tatsächliche Höhe der Montage.

Die Tatsächliche Höhe ist der Abstand den die Unterseite des Mittelrohrs zur Oberseite der Montageschiene hat.

Die "richtige" Höhe der Montage bestimmen:
Die erforderliche Mindesthöhe ergibt sich aus dem Vergleich des Äußeren Objektivdurchmesser zum Mittelrohrdurchmesser.

Nachdem das Mittelrohr in der Regel nicht den größten Durchmesser am ganzen ZF darstellt, ist bei der Wahl der passenden Montage auch der Außendurchmesser des Objektivs einzubeziehen.

Die Montage muss mindestens so hoch sein, dass das auf ihr liegende ZF den Lauf oder die untere Montageschiene nicht berührt.

Hieraus folgt folgende Gleichung:

(Äußerer Objektivdurchmesser in mm - Mittelrohrdurchmesser in mm) / 2 + (Sicherheitszuschlag) 3,5 mm = Erforderliche Mindesthöhe der Montage.

Beispiel: Ein ZF hat einem Mittelrohrdurchmesser von 25,4 mm und einem äußeren Objektivdurchmesser von  5,84 cm.

Wie Hoch muss die Montage sein um das ZF ordnungsgemäß montieren zu können?

(58,4 mm - 25,4 mm) = 33  / 2 = 16,5 mm + 3,5 mm = 20 mm

Daraus folgt, dass die erforderliche Sattelhöhe der Montage mit einem Sicherheitsabstand von + 3,5 mm, mindestens 20 mm betragen muss um eine ordnungsgemäße Montage zu ermöglichen.

Achtung: An manchen Fällen kann es vorkommen, dass aufgrund der Größe des Objektivs trotzt der Verwendung von hohen Montageringen nicht ausreichend Abstand zum Lauf gewährleistet werden kann. In diesem Fall muss auf die Montageschiene mit einer Erhöhung aufgebaut werden. Allerdings ist dabei zu beachten, dass mit zunehmendem Abstand des ZF vom Lauf auch die Schnittlinie von Sichtfeld und Geschossflugbahn geändert wird, wodurch das ZF nachjustiert und im Extremfall zusätzlich das verwenden einer Montage mit zusätzlicher Neigung erforderlich sein kann um den Höhenunterschied ausgleichen zu können.

Folgende Montage-Merkmale haben sich für Sportschützen bewährt:

bis Kaliber 22.lr:
 2 Montageschrauben pro oberer Ringhälfte (1 links und 1 rechts)
1 Montageschraube pro unterer Ringbasis, 
kein Rückstoßstopper unten erforderlich.

ab Kaliber .223rem:
4 Montageschrauben pro oberer Ringhälfte  (2 links und 2 rechts),
1 Montageschraube pro unterer Ringbasis,
mindestens 1 Rückstoßstopper  unten.

ab Kaliber .308:
Mindestens  4-6  Montageschrauben pro oberer Rinhghälfte (2 bis 3 links und 2 bis 3 rechts), 2 Montageschrauben pro unterer Ringbasis, 
mindestens 2 Rückstoßstopper unten.




Zielfernrohre "richtig" montieren -
Anzugsdrehmomente
Umrechnungstabelle

für inch pounds (“/lbs) in Nm


Zielfernrohre und Montagen benötigen ein bestimmtes Anzugsdrehmoment der jeweiligen Montageschrauben, um einen schussfesten Einsatz dauerhaft gewährleisten zu können.  

Nachstehende Umrechnungstabelle gibt Übersicht über die häufigsten gerundeten Anzugsdrehmomente:

1 inch pounds = 0.1 Nm
5 inch pounds = 0.5 Nm
10 inch pounds = 1.1 Nm
15 inch pounds = 1.7 Nm 

20 inch pounds = 2.2 Nm
25 inch pounds = 2.8 Nm 

30 inch pounds = 3.3 Nm
35 inch pounds = 3.9 Nm 

40 inch pounds = 4.5 Nm

Schritt 1: Waffe einspannen und mit einer Wasserwaage gerade ausrichten.

Schritt 2: Untere Montageschiene gerade aufbringen und verzugsfrei montieren. Die Schrauben können dabei je nach Herstellerfreigabe mit Schraubensicherung gesichert werden. Darüber hinaus kann die untere Montageschiene zusätzlich verklebt werden. Die Ausrichtung ist mit einer Wasserwaage zu überprüfen.
Achtung: Schraubensicherungen können die Drehmomentangaben verfälschen und sind nur dann zu verwenden, wenn diese vom Hersteller auch für das jeweilige Drehmoment vorgesehen wurde.

Schritt 3: Untere Hälfte der zwei Montageringe gerade und verzugsfrei auf der Montageschiene montieren und dabei durch Auflegen des Zielfernrohrs den passenden "Absehabstand" vom Auge des Schützen zum Zielfernrohr überprüfen. In der Regel stellt der Hersteller des Zielfernrohrs die entsprechenden Daten, z.B. 9,4 cm von der Iris des Schützen bis zum Okular des Zielfernrohrs, zur Verfügung. Sollten diese Daten nicht vorliegen, muss im Einzelfall der erforderliche Abstand in der Weise ermittelt werden, dass das Zielfernrohr soweit nach vorne oder nach hinten verschoben wird, bis der Schütze beim Blick durch das Okular das komplette Sichtfeld ohne Einschränkungen erkennen kann.
Achtung: Bei jedem Test darauf achten, dass das Zielfernrohr zumindest handfest arretiert wurde, um eine Beschädigung durch Fallschäden zu vermeiden.
Bei Ferngläsern mit verstellbarer Vergrößerung und Dioptrien sowie Parallaxe ist darauf zu achten, ein Objekt anzuvisieren, das der jeweiligen Vergrößerung entspricht, um eine Funktionsprüfung gewährleisten zu können.

Schritt 4: Obere Hälfte der Montageringe auf dem Mittelrohr des Zielfernrohrs festziehen. Das Anziehen der Montageschrauben erfolgt dabei mit einem Drehmomentschlüssel überkreuzt und gleichmäßig, bis nur noch ein feiner gleichmäßiger Spalt zwischen den oberen und unteren Montageringen gegeben ist. Dieser Spalt sorgt bei gleichem Anzugsdrehmoment für eine gleichbleibende Fixierung des Mittelrohrs auf der Montageschiene der Waffe.

Schritt 5: Anzugsdrehmomente mit einem Drehmomentschlüssel und Ausrichtung mit einer Wasserwaage erneut überprüfen.
 
Richtwerte und Beispiele:
T15 Schrauben werden an den oberen Ringen um das Mittelrohr des Zielfernrohrs in der Regel mit 16"/lbs, d.h. 1.8. Nm angezogen.
T20 Schrauben werden an der Montage unten in der Regel mit 20"/lbs, d.h. 2.2 Nm angezogen.
T25 Schrauben werden an der Montage unten in der Regel mit 25"/lbs, d.h. 2.8 Nm angezogen.

! Achtung: Eine Überschreitung der jeweiligen Anzugsdrehmomente kann zu einer Beschädigung der Mechanik im Inneren des Zielfernrohrs oder zur Deformierung der Montageaufnahme am Gewehr und damit zu einem Verzug der Waffe führen. Es wird daher empfohlen, stets die entsprechenden Herstellerangaben zu beachten.

Zielfernrohre "richtig" einschießen


Das Trefferbild hängt maßgeblich von der verwendeten Visierung ab. Nachfolgende Ausführungen geben Hilfestellung zum Einschießen in einer idealen Umgebung mit festen Konstanten, ohne Wind oder sonstigen Wettereinflüssen.

Munition

 Die "richtige" Munition ermitteln


Das Trefferbild hängt maßgeblich von der verwendeten Munition ab. Nachfolgende Ausführungen geben Hilfestellung zur Auswahl der "richtigen" Munition für die jeweils verwendete Waffe.

Um eine Wahl der Munition treffen zu können, muss man sich zunächst einen Überblick über die Bestandteile einer Patrone und deren Bedeutung verschaffen. Dabei ist es wichtig, die jeweiligen Variablen mit dem vom Sportschützen verfolgten Zweck abzugleichen.

Eine Patrone besteht in der Regel aus einer Hülse, einem Zündhütchen, der Treibladung und dem Geschoss.

Jede der vorstehenden Komponenten kann dabei zur Verbesserung oder Verschlechterung der Präzision beitragen.